Beim zukunftssicheren Glasfaserausbau hinkt Gröbenzell bislang hinterher – nur ein Bruchteil der Haushalte kann einen echten Glasfaseranschluss (FTTH) bestellen. Wir haben deshalb einen umfassenden Antrag erarbeitet, um den Ausbau endlich voranzubringen. Aufgrund der Zeitknappheit (es geht um Förderfristen) sind wir im Kontakt mit dem Bürgermeister, wie wir hier angesichts der Urlaubszeit keine Zeit verlieren.
Warum das Thema jetzt drängt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Bund hat zum 1. April 2026 einen neuen Förderaufruf der Gigabitförderung gestartet – mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro. Die Antragsfrist endet bereits am 15. September 2026. Wer Fördermittel will, muss vorher ein sogenanntes Markterkundungsverfahren durchlaufen, das allein rund acht Wochen dauert. Jede Woche zählt also. Zusätzlich kann sich die Gemeinde noch im laufenden Aufruf eine Förderung von bis zu 50.000 Euro für externe Fachberatung sichern – Geld, das die Planung des Ausbaus praktisch kostenneutral macht.
Der Hintergrund: Ein gescheiterter Anlauf – und was wir daraus lernen
Viele erinnern sich: 2022 wollte die GVG Glasfaser (teranet) Gröbenzell eigenwirtschaftlich ausbauen. Das Projekt scheiterte, weil nicht genug Haushalte einen Vorvertrag abschlossen – die nötige Quote von 40 Prozent wurde verfehlt. Im benachbarten Puchheim gelang sie, dort liegt heute Glasfaser. Die Lehre daraus: Ein zweiter Anlauf braucht von Anfang an sichtbare Rückendeckung aus Rathaus und Gemeinderat, gute Information der Bürgerinnen und Bürger und unkomplizierte Genehmigungen für die Bauarbeiten. Genau das schlagen wir vor.
Was unser Antrag konkret vorsieht
• Adressgenaue Bestandsaufnahme der heutigen Versorgung und der Ausbaupläne aller Anbieter
• Eine feste Ansprechperson für Breitband in der Verwaltung
• Kostenlose Beratung durch das Bayerische Breitbandzentrum
• Zügiger Start des Markterkundungsverfahrens als Voraussetzung für jede Förderung
• Fristgerechter Antrag auf die 50.000-Euro-Beratungsförderung des Bundes
• Aktive Unterstützung eines neuen Ausbau-Anlaufs: Infoveranstaltungen, schnelle Genehmigungen moderner Verlegeverfahren, Mitverlegung von Leerrohren bei jeder Straßenbaumaßnahme
Wie es jetzt weitergeht
Die Verwaltung soll nun die Schritte prüfen und bereite und die Umsetzung vorbereiten; der Gemeinderat wird sich in einer der kommenden Sitzungen mit dem Thema befassen. Wir bleiben dran und werden regelmäßig über den Fortschritt berichten. Klar ist auch: Ob und in welchen Ortsteilen eine staatliche Förderung überhaupt möglich ist, hängt von der bestehenden Versorgung ab – umso wichtiger ist es, parallel einen eigenwirtschaftlichen Ausbau durch einen Netzanbieter zu unterstützen. Wenn es soweit ist, kommt es auf uns alle an: Nur wenn genügend Gröbenzellerinnen und Gröbenzeller mitmachen, wird das Glasfasernetz gebaut.
Glasfaser ist Daseinsvorsorge – so wichtig wie Strom- und Wasserleitungen. Für Homeoffice und Homeschooling, für unsere Betriebe und Selbstständigen, und ganz nebenbei auch fürs Klima: Glasfasernetze verbrauchen deutlich weniger Energie als die alten Kupfernetze. Deshalb kümmern wir uns.
Reinhard Jurk
für die Fraktion BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN im Gemeinderat Gröbenzell