In München hat es grosse Wellen geschlagen – obwohl es doch eigentlich auf der Hand liegt: Wenn Hitze und Trockenheit wie aktuell seit Wochen über unserem Land liegen, dann sollte es doch klar sein, dass man mit Wasser sorgsam umgeht. Wie es im übrigen auch generell geboten ist – aber in Tagen wie diesen umso mehr. Zum Glück ist die Trinkwasserversorgung in Gröbenzell und in den angrenzenden Gemeinden im Moment noch gesichert – daher gibt es keine rechtliche Handhabe (wie in München bis Anfang August), den Trinkwassergebrauch einzuschränken (https://www.amperverband.de/de/aktuelles/d/keine-wasserknappheit).
Im westlichen Landkreis hat sich die Lage jüngst geändert: in einem Artikel im Münchner Merkur / Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 3.8. (https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/althegnenberg-ort28157/trinkwasser-wird-knapp-pumpen-laufen-auf-volllast-ohne-unterbrechung-94424396.html) warnt der lokale Wasserversorger vor Trinkwasserknappheit.
Die Klimakrise schlägt offensichtlich zu – und wir alle sollten es als selbstverständlich erachten, dass mit dem kostbaren Wasser sorgsam umgegangen wird. Es kommt auf jeden einzelnen und jede einzelne von uns an.
Die aktuelle Lage findet man hier: https://www.nid.bayern.de/lage
Eine Reihe von Tipps haben wir hier zusammengestellt:
- Im Garten – hier liegt im Sommer der größte Hebel
Früh morgens oder spät abends gießen: deutlich weniger Verdunstung; entlastet zugleich die Verbrauchsspitzen im Netz
Regenwasser sammeln (Regentonne, Regensäule, IBC-Tank): ersetzt Trinkwasser komplett fürs Gießen
Tröpfchenbewässerung statt Rasensprenger:Wasser landet an der Wurzel statt auf der Fläche
Rasen nicht gießen: Brauner Rasen erholt sich nach dem ersten Regen von selbst
Mulchen und Boden lockern: Hält Feuchtigkeit im Boden
Seltener, dafür durchdringend gießen: Fördert tiefe Wurzeln, macht Pflanzen trockenheitsresistenter - Im Bad – der größte Posten im Haushalt
Duschen statt baden. Ein Vollbad fasst 120 bis 180 Liter; selbst zehn Minuten Duschen verbrauchen laut Umweltbundesamt nur etwa halb so viel.
Kürzer duschen und beim Einseifen abstellen. Das senkt den Duschverbrauch um rund 30 Prozent.
Sparduschkopf einbauen. Kostet wenig, wirkt sofort – spart zusätzlich Energie fürs Warmwasser.
Spartaste oder Stopp-Taste am WC nutzen. Alte Spülkästen brauchen bis zu 9 Liter pro Spülgang, moderne 3 bis 6. Einsparpotenzial: bis zu 30 Liter pro Person und Tag.
Wasserhahn beim Zähneputzen und Händeeinseifen zudrehen.
Perlatoren (Strahlregler) nachrüsten an Waschbecken- und Küchenarmaturen.
Tropfende Hähne und laufende Spülkästen reparieren. Ein tropfender Hahn summiert sich auf mehrere tausend Liter im Jahr. - In Küche und Haushalt
Wasch- und Spülmaschine nur voll beladen laufen lassen, Eco-Programm wählen.
Geschirrspüler statt Handspülen – bei voller Beladung ist er sparsamer.
Obst und Gemüse in einer Schüssel waschen statt unter fließendem Wasser; das Waschwasser danach für Pflanzen nutzen.
Beim Neukauf von Geräten auf den Wasserverbrauch im EU-Energielabel achten.
Nudel- oder Gemüsewasser abgekühlt zum Gießen verwenden (ungesalzen). - Verzichtbares weglassen
Private Pools und Planschbecken nicht neu befüllen; vorhandenes Wasser mit Abdeckung und Filter länger nutzen.
Autowäsche nur in gewerblichen Waschanlagen – die arbeiten mit Kreislaufsystemen und verbrauchen pro Wäsche deutlich weniger.
Terrasse und Hof kehren statt abspritzen.
Private Springbrunnen und Wasserspiele abstellen. - Über den Haushalt hinaus
Wasserzähler beobachten: Zählerstand abends und morgens ablesen – bewegt er sich ohne Wasserentnahme, gibt es ein Leck.
Vermieter oder Hausverwaltung ansprechen, wenn Armaturen veraltet sind oder Gemeinschaftsflächen mit Trinkwasser bewässert werden.
Wasserfußabdruck mitdenken: Der direkte Verbrauch von rund 126 Litern ist nur ein Bruchteil. Über importierte Lebensmittel und Kleidung kommen mehrere tausend Liter „virtuelles Wasser“ pro Person und Tag dazu; regionale, saisonale und pflanzliche Ernährung senkt diesen Wert erheblich.
Entsiegeln und begrünen: Versickerungsfähige Flächen statt Schottergärten helfen der Grundwasserneubildung vor Ort.
(Reinhard Jurk)