02.10.26: Ist das Demokratie oder kann das weg? Eine Werkstatt für alle, die streiten wollen, ohne sich anzuschreien

Eine Partei gewinnt Wahlen, und zugleich wird über ihr Verbot diskutiert. Seit den jüngsten Landtagswahlen wird wieder über Verbot, Teilverbot, Brandmauer und Wählerwillen gestritten, oft laut und selten zuhörend. Wir machen es anders und stellen eine einfache Frage, die es in sich hat: Ist es Demokratie, wenn eine Partei gewählt wird, die im Verdacht steht, die Demokratie abschaffen zu wollen?

Die Antwort bekommt ihr an diesem Abend nicht vorgesetzt. Ihr erarbeitet sie euch selbst, im Gespräch miteinander und mit Material, das in alle Richtungen argumentiert. Das ist Absicht: Jede Position im Raum hat heute Anwältinnen und Anwälte.

Wie breit das Spektrum ist, zeigen ein paar Beispiele aus dem Material, welches wir vorbereitet haben (Literatur, Videos, … KEINE Anwesenheit der genannten Personen)

Der Demokratieforscher Wolfgang Merkel hält ein Parteiverbot für einen Eingriff in die Volkssouveränität. Seine rote Linie ist Gewalt. Dagegen steht Heribert Prantl: Demokratie sei keine Urne, sondern eine Wertegemeinschaft. Der Philosoph Hans Kelsen (1929) und der Staatsrechtler Karl Loewenstein (1937) streiten schon seit fast hundert Jahren über dieselbe Frage. Ist eine Demokratie, die sich wehrt, noch tolerant, oder ist eine, die es nicht tut, selbstmörderisch?

Wer lieber mit Zahlen anfängt, findet eine aktuelle Wahlanalyse: Wer wählt warum, und was sagt das über Wähler im Unterschied zur Partei? Der Münchner Soziologe Armin Nassehi fragt, ob die Aufregung oft das größere Problem ist. Das NPD-Urteil und aktuelle Gerichtsentscheidungen zeigen, was ein Parteiverbot überhaupt voraussetzt und welche Instrumente es daneben gibt. Und wer grundsätzlich werden will, trifft Hannah Arendt und Claude Lefort mit der Frage, was wir eigentlich meinen, wenn wir „Demokratie“ sagen.

Dazu kommen Erklärvideos von BR24, eine MDR-Doku, in der Aussteiger von der Radikalisierung ihrer Partei berichten, und Reden aus einer Bundestagsdebatte über ein Verbotsverfahren.

Mitbringen: Neugier, eine Meinung (oder noch keine) und nach Möglichkeit Handy und Kopfhörer.
Vorwissen: nicht nötig.
Die einzige Regel, die zählt: Wir streiten über Argumente, nicht über Personen.

📅 02.10.2026
📍 SC-Stüberl, Freizeitheim Wildmoosstrasse, Gröbenzell

Kommt vorbei und kommt vielleicht mit einer anderen Antwort nach Hause, als ihr mitgebracht habt.